Haiti zwischen Revolution und Imperialismus.
Texte, Musik, Filme – zusammengestellt und präsentiert von Christian Frings, Felix Klopotek, Malte Meyer und Peter Scheiffele.
Das Erdbeben vor der Küste Port-au-Prince war eine Naturkatastrophe, seine Folgen sind eine soziale. Damit ist Haiti schlagartig ins Licht der Weltöffentlichkeit gerückt. Wieder einmal – denn die Republik war in den letzten zweihundert Jahren stets ein Objekt, bisweilen das »Lieblingsobjekt«, des westlichen Imperialismus. Es scheint, als müsse Haiti dafür büßen, dass seine Bewohner einst ganz dreist sich als Subjekte ihrer eigenen Geschichte begriffen: 1791 gipfelte die Rebellion der schwarzen Sklaven unter Toussaint L’Ouverture in eine Revolution – ein Ereignis, das in seinem Freiheitswillen und seiner Autonomie den Horizont der französischen Revolution noch überschritt. In einer Collage aus Bildern, Klängen und Texten vergegenwärtigen wir den Schock und das Emanzipationsversprechen dieser radikal-jakobinischen Revolution, die neo-kolonialistischen Reaktionen darauf, die seit zweihundert Jahren Land und Leute drangsalieren, wie die fortdauernden Revolten und Aufstandsbewegungen gegen diese Zerstörungen.
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