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JOSHUA SIMON : Phantompolitik in Palästina-Israel: Von der doppelten Negation zur doppelten Tilgung

In seinem Vortrag untersucht der Kurator und Theoretiker Joshua Simon verschiedene Ursachen für den derzeitigen Stillstand in Israel. Die aktuelle Situation ist einzigartig für das Regime, das mit der Besetzung der palästinensischen Gebiete etabliert wurde. Gleichzeitig veranschaulicht und radikalisiert die derzeitige Situation verschiedene Merkmale zeitgenössischer Modelle von Herrschaft, die insbesondere seit 2001 und dem Beginn des Kriegs gegen den Terror weltweit anzutreffen sind. In seinem Vortrag analysiert Joshua Simon eines dieser Modelle ‒ den Mechanismus der verstärkten inneren Widersprüche. Die verschiedenen Negationen, die die israelisch-palästinensische Situation ausmachen, scheinen einander aufzuheben. Auf diese Weise wird es möglich, dass alles beim Alten bleibt, und das scheinbar für immer. Diese angespannte, sich selbst aufhebende politische Realität wird hier als eine Form der Hyper-Neutralität vorgestellt, deren Wiederholungen und Paradoxa die Bedingungen eines verstärkten Stillstands zu diktieren scheinen.

Joshua Simon aus Tel Aviv-Jaffa, Israel ist Regisseur und Kurator am MoBY-Museum Bat Yam. Er ist Autor des Buchs „Neomaterialism“ und schreibt unter anderem für Springerin, Frieze, Afterall, Modern Painters und e-flux journal. Er lebt lebt in Bat Yam, Israel.

Eine Veranstaltung der Akademie der Künste der Welt.

Donnerstag, 26.10.2017
Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr
Eintritt: 3 Euro