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Jan Sowa: Wie durch einen dunklen Spiegel: Populismus, Nationalismus und andere Folgen des neoliberalen Angriffs in Zentral- und Osteuropa 

Jan Sowas Vortrag betrachtet die jüngste polnische Geschichte ausgehend von Walter Benjamins Bemerkung: „Jeder Aufstieg des Faschismus zeugt von einer gescheiterten Revolution.“ Dazu wirft er einen Blick auf die vergangenen rund 35 Jahre, angefangen in den frühen 1980ern. Das ursprüngliche revolutionäre Ereignis war die Entstehung von Solidarność, einer Arbeiterbewegung mit sozialer Botschaft und wenig Sympathie für Privatunternehmen, die mit der Ausrufung des Kriegsrechts zerschlagen wurde. Ihre Ideale gingen mit dem sogenannten Zusammenbruch des Kommunismus und dem erdrückenden, neoliberalen Wandel der späten 1980er- und 1990er-Jahre unter. Heute wird sie vom Populismus als reaktionärer,
post-neoliberaler Strömung verdrängt. Diese Entwicklung ist typisch für die ehemaligen sogenannten kommunistischen Länder, die an den Randzonen der Welt eine verkehrte Avantgarde bilden, wo die sozialen und politischen Folgen des Neoliberalismus auf besonders auffällige Weise ungebremst auftreten. Auf den Vortrag folgt ein Gespräch mit Jan Sowa und Ekaterina Degot.
Der Sozialtheoretiker und Autor Jan Sowa ist promovierter Soziologe und habilitierte sich in Cultural Studies. Seine Forschungsaufträge führten ihn an mehrere Universitäten, darunter zuletzt die Universität Warschau und die University of São Paulo. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen, darunter der Essay-Band A Joy Forever: Political Economy of Social Creativity. Er lebt in Warschau. 

Sprache: Englisch 
Bild: Tomáš Rafa, March of Independence, Warsaw, 2015
 

Eine Veranstaltung der Akademie der Künste der Welt


Donnerstag, 29.06.2017
Einlass: 20 Uhr
Beginn: 21 Uhr
Eintrittspreis: 3€